Journalistinnen in österreichischen Printmedien

Von Julia Angelmayr, Irena Georgieva und Isabella Eckerstorfer

Unser Forschungsprojekt hat zum Ziel, die Geschlechterverteilung der österreichischen JournalistInnen überblicksmäßig darzustellen, um valide Aussagen zur aktuellen Situation der Geschlechtergerechtigkeit in der österreichischen Medienbranche treffen zu können. Dazu wurde sowohl die nationale sowie regionale Printmedien-, Rundfunk-, sowie Onlinemedien-Landschaft auf ihre Geschlechterverteilung untersucht. Zur Einschränkung der zu untersuchenden Printmedien wurde primär die Media Analyse 2018 herangezogen, die halbjährlich Daten zum Medienkonsum, im Fokus Printmedien, der österreichischen Bevölkerung erhebt.

Mit Hilfe der untenstehenden Visualisierungen wurde versucht, unsere Daten in Kontext zu bringen. Mit einem Sample von insgesamt fast 4.000 Journalistinnen und Journalisten – davon 1.006 im Printbereich – hoffen wir, ein annähernd korrektes Bild wiedergeben zu können.

Geschlechterverteilung nach Medientypen

Das oben stehende Diagramm zeigt die Geschlechterverteilung in verschiedensten Medienkategorien. Im Printbereich unterschieden wir dabei zwischen Illustrierten Magazinen, Wochenmagazinen, Regionalen Wochenzeitungen, Supplements am Wochenende sowie Tageszeitungen. Dabei zeigt sich, dass vor allem regionale Wochenzeitungen sehr stark männlich dominiert sind. Auch bei den Tageszeitungen lässt sich noch eine Mehrheit an Männern feststellen. Während Wochenendbeilagen und Wochenmagazine etwa gleich viele Journalistinnen wie Journalisten beschäftigen, sind illustrierte Magazine (Erscheinungstermin 14-tägig oder seltener) die einzige Kategorie, in der Frauen in der Überzahl sind.

Wie die folgende Visualisierung zeigt, ist die Chefetage (in der Visualisierung „Chefredaktion“) im Gegensatz zur Redaktion oder freien Mitarbeit deutlich durch das männliche Geschlecht dominiert:

Geschlechterverteilung nach Position im Medienunternehmen

Die Auswahl der Medien für unsere Analyse geschah wie folgt: Es wurden sämtliche der 16 in der Media Analyse angeführten Tageszeitungen übernommen. Darunter sind sowohl nationale als auch regionale Kauf- sowie Gratiszeitungen; die Reichweiten reichen von 27,2 Prozent (Kronen Zeitung) bis 0,5 Prozent (Neue Vorarlberger Tageszeitung).

Weiters wurden alle in der Media Analyse angegebenen Wochenzeitungen und -magazine übernommen, die sowohl österreichweit (sieben) als auch regional (vier plus Regionalmedien Austria) erscheinen. Alle Regionalzeitungen, die zur Gruppe „Regionalmedien Austria“ zählen, wurden der Website des Medienunternehmens entnommen. Bei der Auswahl der Wochenendbeilagen wurden Daten des Jahresberichts 2018 der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) herangezogen und alle dort gelisteten übernommen, die eine eigenständige Redaktion haben; das sind somit die Supplements „Tele“ sowie „Seitenblicke“. Jene Supplements, deren Redaktion mit der des Mediums, dem sie beigelegt sind, übereinstimmt, wurden nicht berücksichtigt.

Was die illustrierten Magazine betrifft, die 14-tägig oder seltener erscheinen, haben wir uns für eine Auswahl der zehn reichweitenstärksten von insgesamt 31 in der Media Analyse gelisteten Zeitschriften entschieden. Diese Auswahl dient dazu, das zu untersuchende Sample übersichtlich zu halten.


Quellen:
Verein ARGE Media-Analysen. Media-Analyse 2018. https://www.media-analyse.at/table/3129 (Letzter Zugriff 26.07.19)
Österreichische Auflagenkontrolle. Jahresbericht 2018. https://www.oeak.at/wp-content/uploads/2019/06/KORR_Auflagenliste_J_2018.pdf (Letzter Zugriff 26.07.19)

Bild: ©pexels.com

Alle Visualisierungen wurden mit Flourish erstellt.

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