Kinder an die Macht – Weg mit den Rosa- Blauen Klischee!

Von Patricia Piroskova

„We tell children what they should do and what they should be but not so much what they can do or what they can be. We use Gender as something we must fit into “

Anonty Schullo (2015: Ted Talk zum Thema „Communicating gender to children“)

Frauen sind nicht nur in der Politik oder in der Wirtschaft unterrepräsentiert, sondern auch in den Medien. 

Betrachtet man die Medienlandschaft genauer, stellt man fest, dass Frauen als abhängig und emotional dargestellt werden. Im Gegensatz dazu wird ein Mann als dominant und zielstrebig dargestellt. Kinder wachsen mit diesen Bildern auf. Deshalb müssen wir die stereotypen Vorstellungen brechen.  Die Gesellschaft braucht kein „Team Pink“ oder „Team Blau“. Kinder sollen nicht mit dem typischen Klischee aufwachsen. Ein Mädchen muss nicht nur mit Puppen spielen und ein Junge muss nicht nur mit Autos spielen. Jungs können auch Röcke tragen oder T-Shirts in der Farbe pink.

Aus diesem Grund ist eine gendersensible Pädagogik so wichtig. Wenn ein Kind diese Barriere „Geschlecht“ nicht besitzt, stehen ihr/ihm alle Türen frei. Die Stadt Wien setzt sich auch für einen geschlechtsneutralen Umgang ein. Die Umsetzungsbeispiele von der Stadt Wien zeigen, dass nicht nur die Pädagogik eine wesentliche Rolle spielt, sondern auch das Personal, die Raumgestaltung und die Eltern. Gendersensible Pädagogik wird also von mehreren Säulen gestützt.

Wie funktioniert ein genderneutraler Umgang?

Das Ziel einer genderneutralen Pädagogik ist nicht, die Mädchen zu Jungs machen oder Jungs zu Mädchen. Man soll die Kinder nicht verändern, sondern man soll ihre Sichtweisen erweitern. Stadt Wien schreibt auf der Webseite: „Gender Mainstreaming soll zu einer geschlechtergerechten und solidarischen Gesellschaft beitragen, in der Chancen, Möglichkeiten und Verpflichtungen gleich verteilt sind.“

Ein tolles Beispiel wie Gender- Mainstreaming umgesetzt werden sollte zeigt Martine Zoer. #FreeToWearPink lautet ihre Kampagne. Sie gründete das Kleiderlabel Quirkie Es bietet verschiedene Shirts in der Farbe Pink und Lila an, und zwar für Mädchen und Jungs. „It’s not just about boys wearing pink or girls wearing a dinosaur shirt but kids just expressing themselves through their clothing and expressing their uniqueness,” sagte sie gegenüber den ABC News.

Warum sollte gendersensible Pädagogik bereits im Kindergarten umgesetzt werden?

Kinder sind unsere Zukunft deswegen sollten wir bei ihnen anfangen. Sie sollen spielerisch einen genderneutralen Umgang lernen. Wie oben bereits erwähnt sind Frauen in den Medien, in der Politik und in der Wirtschaft unterrepräsentiert. Die sogenannten „MINT – Berufe“ werden immer noch von den Männern dominiert, erklärt Maier von Spiegel. Aus diesem Grund, sollte man zum Beispiel Mädchen spielerisch zeigen, dass auch sie für die Technik oder Wirtschaft geeignet sind.

Dank Frau Reznicek von der Magistratsabteilung 10 (Stadt Wien) und Frau Appel Leiterin des Wienerstädtischen Kindergartens in der Dadlergasse, bekamen wir einen perfekten Einblick in diese Thematik. Bei unserem Besuch im Wienerstädtischen Kindergarten, wurde uns von Frau Appel erklärt, dass es technische Spielzeuge gibt mit denen nicht nur die Jungs spielen, sondern auch Mädchen.

Die Kinder spielen zum Beispiel mit dem BEE Bot oder der Maus. Dieses Spielzeug soll zeigen, dass programmieren für jedes Geschlecht geeignet ist. Zum Beispiel erläuterte uns Frau Appel, dass bei ihnen im Kindergarten, die männlichen Pädagogen gerne die Mädchen in die Werkstatt holen. Das hat einen einfachen Grund: Mädchen sollen erkennen, dass sie auch für MINT -Berufe gut geeignet sind. Umgekehrt kochen die Pädagoginnen und Pädagogen gerne mit den Jungs.

 Die Kinder brauchen Freiheit und Selbstkompetenz, sie sollen und vor allem sie müssen sich individuell entwickeln können. Der Kindergarten soll ein Raum sein, in dem die Kinder alles ausprobieren dürfen. Frau Appel meinte: „Im Kindergarten kann das Kind unbekümmert und selbstentscheidend ausprobieren.“ Dass bedeutet, wenn das Kind Lust auf einen Rock oder ein Kleid hat – kann er oder sie es gerne tragen, egal welches Geschlecht.
Es ist wichtig, dass man den Kindern verschiedenen Angebote anbietet.

Was hat gendersensible Pädagogik mit den Medien zu tun?

Ich interessiere mich für die Werbebranche und sehe mich in Zukunft auch in diesem Bereich. Da ich mich mit unserer Medienlandschaft auseinandersetze, fällt mir auf, dass Frauen als ein „Kaufanreiz“ verwendet werden. Ein weiteres Problem ist, dass uns die typischen Klischees über die Geschlechterverteilung vorgegeben werden. Ja natürlich hat sich seit den 50er Jahren vieles verändert, aber dennoch treffen wir auch 2019/2020 auf sexistische Werbungen.

 
(Foto: Annette Ramelsberger/Süddeutsche Zeitung)

Wie das Foto oben zeigt, werben 4 Frauen mit einem tieferen Ausschnitt für das Sägewerk (?). Im Hintergrund steht der Slogan „Wir haben Holz vor der Hütte, greifen Sie zu!“
Ich finde im Zeitalter von „ME-TOO“ ist eine Werbung dieser Form ausgesprochen unpassend und vermittelt vor allem der jüngsten Generation ein falsches Frauenbild.

Je früher man mit der genderneutralen Pädagogik anfängt, desto eher können die Geschlechtsstereotype gebrochen werden. Kinder sollen früh ein Bewusstsein für einen genderneutralen Umgang lernen. Ich bin davon überzeugt, dass man dadurch einen offeneren Zugang in den Medien gewinnt. Durch dieses spezielle Bewusstsein, können wir Sexismus und Unterdrückung in den Medien stoppen.

Frauen sollen gesehen und gehört werden. Sie sollen in den Medien, in der Wirtschaft und in der Politik präsent sein. Aus diesem Grund müssen wir bei den Jüngsten beginnen. Es liegt an uns, die nächste Generation zu verändern.


Quellen

https://abcnews.go.com/Lifestyle/california-mom-starts-freetowearpink-hashtag-campaign/story?id=24681852

https://www.wien.gv.at/menschen/gendermainstreaming/beispiele/kindergaerten.html

https://www.wien.gv.at/menschen/gendermainstreaming/ziele/

https://www.sueddeutsche.de/leben/sexismus-werbung-frauenbild-1.4484036

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