Gender Inequality – und wo genau?

Von Linda Bräuer

„Men, their rights, and nothing more; women, their rights, and nothing less.“

— Susan B. Anthony, women´s rights activist and social reformer

Und genau darum geht es. Gender equality stößt schon bei so vielen Menschen, vor allem aber Männern, auf taube Ohren und verachtendes Schnauben, wo es doch mittlerweile, im 21. Jahrhundert, eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass sowohl Männern als auch Frauen die gleichen Rechte zugesprochen werden. Wenn man bedenkt, dass Bewegungen für die Gleichstellung der Frau schon seit dem frühen 18. Jahrhundert im Gange sind, und nach wie vor in zahlreichen Lebensbereichen Frauen benachteiligt bzw. unberücksichtigt bleiben, wäre es doch tatsächlich einmal and der Zeit, beide Geschlechter zumindest gleichwertig auf einer Stufe zu betrachten. Selbst in Zeiten wie diesen, wo Frauen immer mehr dem Bild von Hausfrau und vorrangiger Zuständigkeit der Frau für Haushalt und Kinder den Rücken kehren, hat es trotzdem nicht dazu geführt, sie als gleichwertige Arbeitstätige oder kreative Individuen zu betrachten (Ross, 2019).

gender inequality – und wo genau?

Gender inequality, und wie damit umgegangen wird, ist auch in unmittelbarer Nähe, oder in kleinen Kreisen bemerkbar bzw. feststellbar. Wenn man einen Blick auf die Studienrichtung Publizistik- und Kommunikationswissenschaft wirft, ist nur unschwer zu erkennen, dass dieses von einem mehrheitlichen Anteil an Frauen bestimmt wird. Genauer gesagt, waren es im Jahr 2015 knappe 80% an Frauen, die dieses Studium an der Universität Wien besuchten (Abteilung Gleichstellung und Diversität der Universität Wien, 2015). Dieses Studium ist sehr wohl darauf ausgerichtet, dass Absolventen danach einen Job im Medienbereich erlangen, und somit Teil jener Bevölkerungsgruppe sind, die sowohl für das Produzieren von ‚media content‘ als auch das Präsentieren eben dieses verantwortlich sind. Die Frage, wer die Nachrichten produziert hat außer Acht gelassen, ist es erschreckend, dass es nur 39% Frauen sind, die für veröffentlichte Artikel in Zeitungen in Österreich zuständig sind. Überraschend positiv dazu sind sowohl die 81% Reporterinnen und Sprecherinnen im Fernsehen als auch die 54% Frauenanteil in ausgewählten Radiostudios (http://whomakesthenews.org/gmmp/gmmp-reports/gmmp-2015-reports). Im weltweiten Vergleich dazu sieht es jedoch schlechter aus. Magere 37% aller Geschichten und Artikel sowohl in Zeitungen, als auch in den Medien Fernsehen und Radio, werden vom weiblichen Anteil der Bevölkerung präsentiert (gmmp, 2015).

Dies zeigt, dass bekannterweise leider nicht nur in den Führungspositionen eine sogenannte gläserne Decke für Frauen nach wie vor vorherrschend ist, sondern auch ganz „normale“ Berufspositionen, wie eben jene im Medienbereich, einen erheblichen Frauenmangel aufweisen. Genau solche Erkenntnisse sind für mich von enormer Relevanz, da ich später einmal genau in diesem Bereich arbeiten möchte, und sie mir eine gewisse Vorahnung geben, worauf ich mich wahrscheinliche einstellen kann bzw. welche Herausforderungen auf mich warten.

Die Zusammenarbeit mit den Wiener Linien

Im Rahmen des Seminars und des in Auftrag gegebenen Forschungsprojekts, hat sich meine Gruppe mit dem Thema Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien, mit Fokus auf die Berücksichtigung der Frauen, genauer auseinandergesetzt. Durch die Kooperation mit der Stadt Wien wurde es uns ermöglicht, ein qualitatives Leitfadeninterview mit Herrn Broneder, dem Fachbereichsleiter für Prävention und sicherheitsrelevante Themen bei den Wiener Linien durchzuführen. Wir waren uns vorab noch nicht ganz sicher, welche Methoden wohl am besten geeignet wären, um die anfangs gestellte Forschungsfrage (Inwiefern wird bei Sicherheitsmaßnahmen in den öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Sicherheit von Frauen Rücksicht genommen?) auch wirklich bestmöglich beantworten zu können. Zu Beginn hatten wir die Idee, eine Art Umfrage zu machen, indem wir Passagiere direkt bei den U-Bahnstationen abgefangen, und unter anderem zu ihrem persönlichen Sicherheitsgefühl in den öffentlichen Verkehrsmitteln befragt hätten. Dieser Gedanke wurde aber recht schnell von Dr. Robert Braun widerlegt, als dieser zu Gast in unserem Seminar war, und uns geholfen hat, die richtigen Methoden für unser Vorhaben zu finden. Unsere methodischen Limitationen haben sich darauf bezogen, dass wir innerhalb kürzester Zeit Antworten finden mussten, die nicht eines zu großen Aufwandes bedürfen, der im Rahmen dieser Lehrveranstaltung nicht umsetzbar wäre. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, trotzdem eine Umfrage durchzuführen, jedoch nur im Rahmen des uns Möglichen, nämlich mit 22 jungen Frauen in Wien aus unserem Umfeld. Die Kombination aus 2 Leitfadeninterviews und dieser Umfrage hat es uns ermöglicht, die eingangs gestellte Forschungsfrage zu beantworten. Dank dem Interview mit Herrn Broneder wissen wir nun, dass das Verkehrsunternehmen der Wiener Linien, und somit der Großteil der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien, zu den sichersten Verkehrseinrichtungen weltweit gezählt werden kann. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Frauen befindet sich noch nicht im optimalen Bereich. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass es genügend Vorkehrungen und auch Maßnahmen für danach gibt, falls es zu Zwischenfällen kommt. Diese in Anspruch zu nehmen und das Angebot, das vorhanden ist, zu nutzen, liegt bei den Frauen bzw. allen Personen selbst

Mein persönlicher Ansatz zu gender inequality

Während des ganzen Seminars, und natürlich durch das Forschungsprojekt selbst, bin ich mir dessen bewusst geworden, wie vielseitig und durchwachsen sich die soziale Ungleichheit durch unsere Gesellschaft und die verschiedensten Bereiche zieht. Gender Mainstreaming hat mich eigentlich schon immer interessiert, aber mein Interesse und mein Wissen sind and diesem Punkt definitiv gestiegen, was auch dazu beitragen wird, dass ich in Zukunft gewisse Aspekte mit anderen Augen betrachten werde. Ich werde es mir zur Aufgabe machen, zu versuchen, vor allem zuhause in Oberösterreich, wo dieses Thema so gut wie keine Bekanntheit hat bzw. eher auf Ignoranz stößt, das Bewusstsein der Personen in meinem Umfeld diesbezüglich zu erweitern. Ich möchte es zumindest schaffen, dass darüber nachgedacht wird, was es heißt, sozial benachteiligt zu sein oder als Frau mit generell schlechteren Chancen und Möglichkeiten durchs Leben zu gehen. Was mir ebenfalls am Herzen liegt, ist, zu erreichen, dass manche Menschen, vor allem Männer, bei dem Wort   Feminismus oder Gleichstellung der Frau nicht gleich den Kopf schütteln. Es ist so wichtig, dass verstanden wird, dass das männliche Geschlecht nicht verdrängt oder unterdrückt werden soll, sondern beide als gleichwertig angesehen werden sollen und man sich gegenseitig unterstützt, wofür man sowohl als Mann als auch als Frau stehen kann.

Denn wie Emma Watson schon richtig festgestellt hat:

 „It is time that we all see gender as a spectrum instead of two sets of opposing ideals.“

 


Literaturverzeichnis

Klicke, um auf Austria.pdf zuzugreifen

Klicke, um auf Gender-im-Fokus-5_2015.pdf zuzugreifen

Ross K. (2019) Advancing Gender Equality in Media Industries: a new resource. Three-D, July.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s